Das fränkische Ministerialengeschlecht der Freiherrn von Hirschberg gelangte im 13. bis 15. Jahrhundert rund um das Fichtelgebirge zu beachtlicher Bedeutung. Im genealogischen Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels ist zu den Freiherrn von Hirschberg folgendes vermerkt: " Katholisches und evangelisches Vohburgisches, dann Andechs-Meranisches Ministerialengeschlecht das mit Ruderegus de Hirzperc 12.10.1223 urkundlich ( Monum.Boica VII, 168 und Archiv f. Ofr. XVIII, Heft 2, S. 57 ) erstmals genannt wird und zur fränkischen Ritterschaft zählt". Auch in dem von Friedrich Lucea verfaßten " Grafen-Saal" wird wiederholt auf Ruderegus de Hirzperc verwiesen. Schon vor Ruderegus taucht der Name Hirzperc in alten Turnieraufzeichnungen und in Zusammenhang mit den Turmhügelbefestigungen im bayerischen Nordgau auf. Die Entstehung des Geschlechtes wird immer wieder im Zusammenhang mit dem ehemaligen Eichstätter Grafengeschlecht von Hirschberg genannt, das jedoch im 14. Jahrhundert erlosch.
Die frühen Urkunden weisen Besitztümer der Hirschberger vorerst entlang des Nordrandes des Fichtelgebirges aus, ab 14. Jahrhundert auch entlang des Südrandes. Dadurch umfaßten die Lehen der Hirschberger ein weites geschlossenes Gebiet. Es ist jedoch schwierig, aus dieser Zeit eine geschlossene Geschlechterfolge darzustellen. In den archivalischen Hinweisen wird wiederholt dargelegt, dass der Besitz nicht in einer Hand lag, sondern schwerpunktartig unter mehreren Familien aufgegliedert war und zeitlich gestaffelt vererbt wurde.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts massierten sich die Hinweise vor allem auf Schwarzenbach a.d.Saale. 1355 rückte dann auch der Sitz in Ebnath ( Ebenöde ), am Südrand des Fichtelgebirges, mehr in den Blickpunkt der historischen Aufzeichnungen. Hierbei werden die Gebrüder Arnold und Hannes v. Hirschberg ( 1320 - 1390 ) genannt, die die Veste Ebenöde ( Ebnath ) am 7. Mai 1355 von den Trautenberger um 200 Pfund Heller gekauft haben und von Ruprecht I., dem Älteren, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Bayern, mit den zugehörigen Dörfern unter der Auflage beliehen wurden, weitere 200 Pfund zur Renovierung aufzuwenden.
Die Orte Schwarzenbach und Ebnath wurden immer mehr zu Geschlechter - Schwerpunkten, von denen die weiteren Entwickungen ausgingen. Anfangs war die Bewirtschaftung mehr im Familienverbund zu sehen. Nach und nach haben sich die beiden Standorte immer mehr verselbständigt und infolge Erbteilung institualisierten sich die beiden Geschlechterlinien Schwarzenbach und Ebnath. Anfangs fielen noch gemeinsame Lehen sowohl auf die Ebnather einerseits als auch auf die Schwarzenbacher Linien anderseits. Ab dem 16. Jahrhundert wird aber nach der Ebnather und Schwarzenbacher Linie unterschieden.
Vom Pfalzgraf Ludwig III. wurde 1426 die Veste Ebenöde mit den umliegenden Dörfern an Paulus und Jörg ( 1390 - 1455 ) um vierhundertvier Pfund Heller und dritthalbhundert Gulden sowie den Hammer um 220 Gulden gegeben. Paul hatte die Söhne Arnold, Hans und Hermann. Hans lebte auf dem Schloss Ebnath, Arnold auf dem Grünstein und Hermann in Mehlmeisel.
Die Ebnather Schloßherrn traten im 16. Jahrhundert besonders durch Gründungen von Bergwerken, Schmelzhütten und Eisenhämmer hervor und dies besonders in dem zu ihren Besitz gehörenden Ort Mehlmeisel. In der damaligen Zeit besaß die gesamte Oberpfalz durch die Eisen -gewinnung und -verarbeitung eine große wirtschaftliche Bedeutung in Deutschland, die jedoch mit dem 30-jährigen Krieg immer mehr verloren ging.
Die Geschlechterfolge ging von Arnold auf dessen Sohn Paul ( 1472 - 1512 ) über. Dieser spielte im bayerischen Erbfolgekrieg 1504 eine bedeutende Rolle. Als Verteidiger, wie man ihn auch nannte, hat er bei Schwarzenreuth eine starke markgräflich-böhmische Streitmacht in die Flucht geschlagen und so die Ebnather Burg und das Dorf vor Plünderung und Verwüstung gerettet.
Ein Sohn des Paul war Ludewig ( 1500 - 1570 ) oder auch Lutz genannt. Er schrieb sich auch Mehlmeisel, da zu dieser Zeit Mehlmeisel ein Edelmannsgut war. Von seinen Vettern Philipp und Dietrich kaufte er dieses Mehlmeisel und weitere Öden. 1539 baute er das damalige Schloß, das zu klein wurde, zu einer Kirche um und ließ daneben ein größeres Schloß mit Befestigungsanlagen erbauen. Seine Söhne Mathes, Paul und Jörg übernahmen 1562 die Lehen von Ebnath. Mathes errichtete in Ebnath einen weiteren Herrensitz, das " Schloss am Wasser", von dem aber heute nichts mehr vorhanden ist. In die Zeit von Lutz fällt auch, daß sich die Linien Schwarzenbach und Ebnath, die bisher in einem losen gemeinschaftlichen Verbund lebten, um 1539 in die beiden Linien trennten. Der Sitz der Schwarzenbacher Linie in Schwarzenbach ging zum Ende des 16. Jahrhunderts verloren.
Ein Sohn des Jörg, Hans ( 1567 - 1630 ) baute 1605 in Schwarzenreuth das heute noch bestehende Schloß und so gelangte der Herrschaftsitz der Hirschberger zum heutigen Namen Ebnath-Schwarzenreuth. Jörgs zweiter Sohn, Siegmunth ( 1573 - 1627 ), war der Vater des weit bekannten Wolf Adam ( 1609 - 1694 ), der sich Herr auf Ebnath, Schwarzenreuth und Ziegenburg nannte und der 1674 die Reichslehen übernahm und Senior der Ebnather Familie war. Er erhielt den Beinamen " Zwergl", was jedoch nichts mit seiner Körperstatur zu tun hatte, sondern von zwerch - querliegen - der mit allen Streit anfängt, seine Begründung hat. Als Zauberer und Duellant ging er in die regionale Sagenwelt vom Fichtelgebirge und Steinwald ein. Er war häufig selbst mit der Obrigkeit im Streit gelegen und dies besonders wegen der Jagd. Im Sterberegister ist vermerkt: in multis duellis victor, und dass er durch die sakramentalische Beichte alle verbotenen Künste und seine Schußfestigkeit abgeschworen hat. Wolf Adam hatte mit seiner ersten Frau 10 Kinder, davon zwei männliche Nachkommen. Christoph Gottfried ( 1637 - 1694 ) heiratete eine Juliane Heinitz v. Hirschberg, ein Geschlecht, das aus dem Böhmischen kam und deren Vater sich den Beinamen v. Hirschberg zulegte. Als Heiratsgut brachte sie das Schloss Weihersberg in die Ehe ein, das im zweitenTeil der Homepage beschrieben ist. Der aus der Ehe stammende Sohn Hans Adam Ernst ( 1686 - 1754 ) war der Vater des weit bekannten Georg Karl Adam ( 1714 - 1772 ), Deutschordensritter, Kourator zu Frankfurt und deutschmeisterischer Päsident zu Mergentheim. Er war Mitbesitzer von Ebnath. Bei seinem Tod vermachte er seine Anteile an den Sohn seiner Schwester, die mit einem v. Hirschberg aus der Schwarzenbacher Linie verheiratet war. Eine Tochter dieses Karl Heinrich ( 1762 - 1833 ), Charlotte, war eine sehr umsichtige Person, die den Franz Adam Bernhard ( 1783 - 1864 ) von Ebnath heiratete und somit kam Weihersberg wieder in den Besitz der Ebnather Stammlinie.
Der Urgroßvater Hans Wilhelm von Franz Adam Bernhard( 1650 - 1706 ) war der zweite Sohn des Wolf Adam. In der Stammlinie folgt Johann Paul (1684 - 1752 ), von dessen Sohn Johann Adam ( 1722 - 1793 ) die noch bestehende Ebnath - Schwarzenreuther Hirschbergische Linie über weitere 5 Generationen bis zum heutigen Besitzer des Schlosses Weihersberg - Lutz Frhr. v. Hirschberg - abzweigt.
Zwei Söhne des Johann Paul, Veith Christoph und Johann Franz Bernhard, wurden in den Grafenstand erhoben. Die Linie von Franz Berhanrd ist erloschen. Die Nachkommen des Veith Christoph sind nach Afrika ausgewandert und leben heute noch teils in Afrika, England und USA.
Die Besitztümer der Ebnath-Schwarzenreuther Linie sind im Wandel der Zeit vielen Gegebenheiten unterworfen gewesen. In Hirschbergischer Hand befinden sich heute noch Schloß Weihersberg und Schloss Unterwildenau.
Der große geschlossene Kondominatsbesitz in Ebnath und Schwarzenreuth wurde am 1. Januar 1870 an die Grafen von Castell und Rüdenhausen verkauft, die wiederum 1935 den Besitz an die Forst AG Ebnath weiter veräußersten. In Ebnath ist noch, an die Kirche angebaut, das alte Schloß zu sehen, was jedoch nur noch einen Teil der ehemaligen Befestigung darstellt. In der Dorfmitte steht das neue Schloß, in dem die Forst AG untergebracht ist. Dieses Schloß wurde 1846 von Franz Bernhard ( 1806 - 1865 ) gebaut. In Schwarzenreuth befindet sich noch das Schloß, das von Hanns um 1605 errichtet wurde. Heute befindet es sich im Besitz des dort ansäßigen Landwirts, der es renoviert.

Viele Unterlagen mit allen Jahreszahlen wurden neben den familieneigenen Aufzeichnungen den Unterlagen von Hanns Schellein " Um den Mehlmeißl und die Wahrheit von den Hirschbergern" entnommen sowie aus dem Sonderdruck von Hans Hofner, Archiv für Geschichte von Oberfranken 46. Band. Sehr intensiv hat sich dankenswerter Weise Dr. Bernd Thieser um die Geschichte des Hirschberger Geschlechts angenommen, sehr fundierte und umfassende Untersuchungen über Entwicklung und Verbreitung erarbeitet und diese eingebunden in die bayerische Geschichte.

In den tabularischen Aufzeichnungen ist nur die direkte Ahnenreihe von Arnold bis zum heutigen letzten Namensträger, Lutz Freiherr von Hirschberg, dargestellt. Um die Erbfolge möglichst übersichtlich zu halten wurde darauf verzichtet alle Kinder aufzuführen und die daraus resultierenden Nebenlinien, die inzwischen alle erloschen sind.






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